Erstellen einer Bildserie



Grundvoraussetzung für die Anwendung einer Kontrasterweiterung ist die Erstellung einer korrekten Bildserie. Folgende Punkte sollten beachtet werden:

Zu 1.): Da die Einzelbilder alle deckungsgleich sein müssen, bietet es sich an die Kamera auf ein Stativ zu befestigen. Da leichte Verschiebungen (z.B. im Subpixelbereich) nicht zu vermeiden sind, werden die Bilder optional von meinem Programm registriert.

Zu 2.): Da man beim Auslösen der Kamera eine gewisse Kraft auf das Gehäuse ausüben muss, auch wenn die Kamera auf einem Stativ steht, kommt es häufig zu Verschiebungen zwischen den Einzelbildern. Daher bietet es sich an die Kamera über einen Fernauslöser auszulösen, um diese Verschiebungen zu minimieren.

Zu 3.): Die Spiegelvorauslösung (SVA) ist ein nützliches Feature für die Makro- und Astrofotografie und lässt sich auch sehr gut für Bildserien verwenden. Die Spiegelvorauslösung lässt den eingebauten Spiegel hochschnellen ohne den Vorhang für die Belichtung zu öffnen. Diese Technik verwendet man, da der Spiegel beim hochklappen eine leichte Erschütterung des Gehäuses verursacht. Dies führt zu Verwackelungen des Bildes. Bei Belichtungszeiten länger als 1s kann man diese leichte Verwackelung generell vernachlässigen. Da wir möglich deckungsgleiche Bilder produzieren wollen, ist die Spiegelvorauslösung eine gute Option, besonders bei langen Brennweiten und kurzen Belichtungszeiten.

Zu 4.): Die Blende und die Belichtungszeit und dessen Zusammenspiel sind die wichtigsten Kontrollmöglichkeiten für einen Fotografen. Die Blende einer Kamera entscheidet über die Lichtmenge, die auf die Bildfläche trifft, sowie über die Tiefenschärfe des Motivs. Ist die Blende geschlossen (also ein hoher Blendenwert eingestellt), so muss länger belichtet werden um ein ausreichend belichtetes Bild zu erhalten. Wenn man mit offener Blende fotografiert fällt viel Licht auf die Bildebene, und die Belichtungszeit muss so kurz sein, dass das Bild nicht überbelichtet ist. Bei der ersten Variante ist die Tiefenschärfe höher als bei offener Blende, deswegen wird die Blende von Fotografen als Stilmittel verwendet um z.B. Personen freizustellen oder Landschaften komplett scharf abzulichten. Wichtig ist, dass bei einer Bildserie die Blende immer gleich bleiben muss, da die Tiefenschärfe sonst differiert und die abhängige Belichtungszeit nicht mehr genau eingestellt werden kann. Die Belichtungszeit ist anders als der Blendenwert nur für einen Faktor zuständig: Sie regelt die Lichtmenge, die auf die Bildebene trifft gemessen in sekunden. Eine durchschnittliche Digitalkamera kann im Bereich von 1/4000s bis 30s belichten. Ausreichend also für die meisten Motive, da man außerdem mit der Blende regulieren kann. Die Filmempfindlichkeit bezeichnet die Lichtempfindlichkeit einer fotografischen Belichtungsebene. Üblicherweise wird dieser Wert in ISO angegeben. Da der ISO-Wert die Belichtungszeit beeinflusst, muss dieser Wert konstant eingestellt sein, am besten wählt man den niedrigsten ISO-Wert um ein möglichst rauschfreies Ergebnis zu erhalten.

Wenn man die oben genannten Grundlagen berücksichtigt, kann man eine Bildserie folgendermaßen erstellen: Man fertigt ein erstes Bild an, das relativ stark überbelichtet ist und die Details in den dunklen Bereichen gut sichtbar sind. Da diese Einstellung oftmals beim ersten Versuch nicht zum Erfolg führt, empfiehlt es sich mehrere Versuche durchzuführen. Als guter Richtwert hat sich eine Überbelichtung von 1-2 Blenden erwiesen. Anschließend nimmt man ein weiteres Foto auf, dessen Belichtungszeit kürzer ist, als bei der ersten Aufnahme. Dieses Bild sollte noch leicht überbelichtete Bildbereiche aufweisen. Die nächste Aufnahme hingegen sollte die Belichtung analog zur Empfehlung des Belichtungsmessers verwenden. Anschließend bietet es sich an noch etwa 2-3 weitere Aufnahmen zu machen, bei denen die Belichtungszeit weiterhin verkürzt wird, bis die hellsten Bereiche in der Szene ihre Struktur erhalten und nicht mehr überstrahlt sind.
Das Erstellen einer guten Bildserie verlangt etwas Erfahrung. Eine automatische Belichtungsserie über mehrere Blendenstufen führt normalerweise nicht zu einem optimalen Ergebnis, da das individuelle Motiv nicht berücksichtigt wird (z.B. eine Szene die einen sehr dunklen Himmel und einen hellen erstrahlten Gegenstand enthält braucht größere Belichtungsintervalle als eine Szene, die schon eine relativ gleichmäßige Helligkeitsverteilung enthält). Daher empfiehlt es sich auch eine digitale Kamera zu verwenden, bei der man direkt auf dem Display das Ergebnis betrachten und gegebenenfalls die Belichtungszeit korrigieren kann.


Und nun hopp hopp - Bildserien erstellen! :-)
© 2007 Jasper Grahl. Meine private Website: http://www.jaspergrahl.de. Goto english page